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Rundfunkbeitrag

Rundfunk Berlin Brandenburg

Beitrag QUIVIVE vom 24.05.2006


Hauptthema: Gold und Silber in der Medizin

Silber spielt seit Jahrhunderten bei der Behandlung von Krankheiten, vor allem von Infektionen und bei der Wundheilung eine Rolle. Auch bei der Lagerung von Nahrungsmitteln leistet Silber gute Dienste: So wurden im antiken Griechenland, Rom und auch im Mittelalter Silbermünzen in Flüssigkeitsbehälter gegeben, um zum Beispiel Wasser keimfrei zu halten. Auch amerikanische Siedler schützten im 19. Jahrhundert mit Silberdollars ihr Wasser in den Fässern. Selbst die NASA verwendete in neuerer Zeit Silber für reines Wasser an Bord der Raumfähre.

Das Elementsymbol Ag leitet sich vom lateinischen argentum, also „Silber“ ab. Silber ist ein weiches, gut verformbares Schwermetall und besitzt die größte elektrische Leitfähigkeit aller Elemente. Aus Silbererzen gewannen die Menschen Legierungen, die sich zum Beispiel für die Zahnheilkunde eigneten – wie das Silberamalgam. Diese Füllungen waren sehr lange haltbar. Auch Operationsbestecke in den verschiedensten Ausführungen ließen sich aus Silber herstellen. Immer feinere Eingriffe wurden dadurch möglich – zum Fortschritt der Medizin. Medizinische Instrumente aus Silber ließen sich nicht nur leicht formen, sie hatten offenkundig auch hygienische Eigenschaften. Sie verringerten das Risiko von Infektionen, wie sie bei Operationen auftraten, zum Beispiel in der Augenheilkunde.

Schließlich entdeckte man die heilsame Wirkung von Silberlösungen, so wurde Silber zum Medikament: Silbernitrat – normalerweise ein starkes Gift – wirkt in einer hohen Verdünnung, oberflächlich aufgetragen, desinfizierend. Katadyn-Silber wird bis heute eingesetzt, um unerwünschte Keime abzutöten. Es ist in Apotheken frei verkäuflich, zum Beispiel für Wasserfilter.

Silberbeschichtete Pflaster und Auflagen haben in der Behandlung von schlecht heilenden Wunden neue Bedeutung bekommen. Setzte man früher vor allem auf lokale Antibiotika, so macht sich die Medizin inzwischen wieder die keimtötende Wirkung von Silber zunutze. Silberhaltige Wundauflagen werden dabei mit Kochsalzlösung getränkt, denn nur im feuchten Milieu entfaltet Silber seine abheilende Wirkung.

Silber hat drei Eigenschaften, die die Wundheilung unterstützen: Es ist antimikrobiell, tötet also Mikroorganismen ab, fördert die Heilung und hemmt Entzündungen. Durch die Jahrhunderte lange Anwendung ist gleichzeitig nachgewiesen, dass Silber für menschliche Zellen nicht schädlich ist. Giftig sind jedoch die Salze oder Komplexe, die klassischerweise zur Freisetzung von Silber verwendet werden, etwa Nitrat und Sulfadiazin.

Die medizinisch aktiven Wirkstoffe des Silbers sind freie Silberionen oder Silberradikale. In Silberpräparaten mit reinen Silberionen und –radikalen wird bei der Versorgung von Wunden die beste antimikrobielle Wirkung erzielt. Neue Erkenntnisse bestätigen, dass Salze und Komplexe, die zur Freisetzung des Silbers in manchen Präparaten enthalten sind, die Heilung verzögern, nicht aber das daran gebundene Silber selbst.

Silberionen töten Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze ab, indem sie deren Energieversorgung blockieren, verstärkt wird die Wirkung der Silberionen vermutlich durch zusätzlich entstehende Silberradikale. Eine heilungsfördernde Wirkung wurde zum Beispiel bei bestimmten Verbrennungswunden nachgewiesen. Silberlösungen werden weltweit in vielen renommierten Wundbehandlungszentren eingesetzt.

Ein anderes silberhaltiges Produkt - kolloidales Silber – wird als „natürliches Antibiotikum“ vor allem im Internet angeboten. Die Tabletten oder Tropfen mit kolloidalem Silber sind nicht als Arzneimittel, sondern als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Doch wenn man sie einnimmt, sind die Risiken beträchtlich, ein Nutzen dagegen ist nicht erwiesen und sie ersetzen keinesfalls den Gang zum fachkundigen Arzt. 50 Milliliter kosten um die 200 Euro - und dafür wird viel versprochen. Glaubt man den Anbietern, ist das Wässerchen ein Wundermittel gegen nahezu alle Krankheiten und ist unbedenklich in der Anwendung. Doch es gibt keinerlei wissenschaftliche Studien zur Anwendung beim Menschen.

Ärzte warnen vor der Behandlung von Infektionen mit kolloidalen Silberlösungen, denn durch die Einnahme kann es zu schweren Organ- und Hautschäden kommen - zu einer Argyrie. Dabei lagern sich Silbersalze dauerhaft in den Organen des Körpers ein und verfärben die Haut und Schleimhäute schiefergrau.

Die häufigste Ursache einer Argyrie ist allerdings nicht die medizinische Anwendung, sondern wenn Menschen dauerhaft Silber ausgesetzt sind, wie zum Beispiel Bergleute in Silberbergwerken. Auch die ständige Anwendung von Silbergeschirr kann zu leichten Argyrie-Formen führen. So ist vermutlich auch die in früheren Zeiten bläulich verfärbte Haut europäischer Adliger auf das fortwährende Benutzen von Geschirr, Besteck und Trinkgefäßen aus Silber zurückzuführen – daher die Bezeichnung blaues Blut.

Neuartige Beschichtungsstoffe mit eingebettetem Silber geben kontinuierlich Silberionen ab und wirken dadurch antibakteriell. So hemmen Silberfäden oder Silberionen in Textilien (z.B. Socken) die Vermehrung von Bakterien auf der Hautoberfläche und verhindern damit unangenehme Gerüche etwa bei Schweißfüßen. Kritiker merken allerdings an, dass es keine Studien zur Langzeitverträglichkeit gibt und derartige „intelligente“ Textilien keiner Kennzeichnungspflicht unterliegen, so dass der Verbraucher zum Teil gar nicht erfährt, was er an seine Haut lässt - es sei denn, der hohe Preis macht stutzig.

Silber wird als Lebensmittelfarbstoff E174 auch im Nahrungsmittelbereich verwendet, etwa für Überzüge von Pralinen und in Likören.”
 

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